Ådalen 31, 1969, Bo Widerberg (Foto: Swedish Film Institute)

Ådalen 31

Regie, Drehbuch, Schnitt: Bo Widerberg; Kamera: Jörgen Persson; Musik: Duke Ellington, Adolphe Degeyter, Wilfred Burns, Karl-Gustaf Lundin; Darsteller: Peter Schildt, Kerstin Tidelius, Roland Hedlund, Anita Björk, Martin Widerberg. SE, 1969, 35mm (9.10.) und DCP (22.9.), Farbe, 114 min. Schwedisch mit engl. UT
 
Die »Schüsse von Ådalen« 1931 gelten als Wendepunkt von Schwedens Geschichte. Nach der Weltwirtschaftskrise hatten Konzernbesitzer im Ådalen-Tal Streikbrecher engagiert, das Militär sollte die kommunistischen Gegendemonstrationen stoppen. Nachdem Soldaten in die Menge schossen, kam es nur zu milden Disziplinarstrafen – und eine Welle der Empörung brachte die Sozialdemokraten an die Macht. Widerberg schildert die dramatischen Geschehnisse als facettenreiches Sozialpanorama, die Intensivierung des Konfliktes kontrastiert von einer sommerlichen Atmosphäre, die wie in Elvira Madigan die Schönheit impressionistischer Malerei beschwört. Der Ausdruck von Widerbergs ambivalenter Weltsicht wurde von "progressiven" Kritikern als Verrat am politischen Sujet bekrittelt. Als wäre ein Missverständnis der Ungerechtigkeiten möglich ... (C.H.)