Fimpen (Fimpen, der Knirps) 1974, Bo Widerberg (Foto: Swedish Film Institute)

Fimpen (Fimpen, der Knirps)

Regie, Drehbuch, Schnitt: Bo Widerberg; Kamera: John Olsson; Musik: Sergei Prokofjew, Johann Strauss (Sohn), Keith Mansfield u. a.; Darsteller: Johan Bergman, Monica Zetterlund, Magnus Härenstam, Ernst-Hugo Järegård und das schwedische Fußball-Nationalteam. SE, 1974, 35mm, Farbe, 90 min. Schwedisch mit dt. UT
 
Der Stürmerstar Schwedens dribbelt auf einem Kinderfußballplatz mit – und wird vom sechsjährigen Fimpen ausgetrickst. Der Profi verfällt in Depression (er trinkt nicht mal mehr seinen Kaffee: "Ist doch nur ein Haufen Koffein mit Gerbsäure"), aber für Fimpen erfüllt sich ein Traum: Er übernimmt dessen Posten und wird zur Fußballsensation im Ligaverein und bald auch im Nationalteam. Aber die Erfolgsgeschichte hat ihre unerwarteten Schattenseiten ... Dieses Herzensprojekt von Fußballfan Bo Widerberg (Schwedens Nationalteam spielt sich selbst!) wurde lange als amüsante Kuriosität abgetan. Dabei ist Fimpen wahrscheinlich nicht nur der beste Kinderfilm und Fußballfilm jemals (ohne dabei "bloß" ein Film für Kinder oder Fußballfreunde zu sein, im Gegenteil), sondern womöglich der beste Widerbergfilm: Denn die märchenhafte Idee nutzt Widerberg für ein zwar zauberhaftes, zugleich jedoch bemerkenswert illusionsloses Porträt vom Kindsein und der Gesellschaft – von Utopie und Mangel. (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber am 15.10.