Roma città aperta (Rom, offene Stadt), 1945, Roberto Rossellini

Roma città aperta (Rom, offene Stadt)

Regie: Roberto Rossellini; Drehbuch: Sergio Amidei, Federico Fellini, Ferruccio Disnan, Celeste Negarville, Roberto Rossellini; Kamera: Ubaldo Arata; Schnitt: Eraldo Da Roma; Musik: Renzo Rossellini; Darsteller: Anna Magnani, Aldo Fabrizi, Marcello Pagliero. IT, 1945, 35mm, sw, 102 min. Italienisch mit dt. UT
 
Die Vorbereitungen zu Roma città aperta beginnen bald nach dem Abzug der deutschen Truppen aus der Stadt, kaum drei Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs findet die Premiere statt. Doch in Italien will man lieber Unterhaltungsfilme sehen. Erst nachdem Roberto Rossellinis episodische Widerstandschronik 1946 im Ausland Furore macht (inklusive einem Hauptpreis in Cannes), wird sie zum Flaggschiff des italienischen Kinos: als beispielhaftes Werk des Neorealismus, der als unmittelbare Zeugenschaft der Gegenwart verstanden wird. Überwältigend die teils aus der Not der Mittel geborene Direktheit der Bilder einer kriegsversehrten Welt, identitätsstiftend die Schilderung der Befreiung durch gemeinsamen Widerstand, bei dem sich symbolisch der kommunistische Partisan und der katholische Priester verbünden. Die so sachliche wie mitfühlende Synthese des gerade Erlebten – sowie das Erforschen ihrer universalen und spirituellen Dimension – sind dabei schon die Quintessenz von Rossellinis Kunst. (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber am 19.9.