Paisà, 1946, Roberto Rossellini

Paisà

Regie: Roberto Rossellini; Drehbuch: Roberto Rossellini, Sergio Amidei, Federico Fellini, Rod Geiger (Mitarbeit); Kamera: Otello Martelli; Schnitt: Eraldo Da Roma; Musik: Renzo Rossellini; Darsteller: Carmela Sazio, Robert Van Loon, Dots Johnson, Alfonsino, Maria Michi, Bill Tubbs, Giulietta Masina. IT, 1946, 35mm, sw, 125 min. Italienisch mit engl. UT
 
Davor:
Parabola d'oro (Goldene Parabel) Vittorio De Seta. IT, 1955, 35mm, Farbe, 10 min
 
Mit Paisà vollendet Rossellini, was in Roma città aperta angelegt war: Querschnitt der letzten Weltkriegsphase in Italien ab der Landung der Alliierten im Juli 1943 in sechs Episoden etwa gleicher Länge, aber völlig unterschiedlicher Natur, verbunden von Wochenschauaufnahmen über den Vormarsch der US-Armee. Der Weg führt von Süden nach Norden, von der trotz Sprachbarriere entstehenden Zuneigung zwischen einer jungen Sizilianerin und einem GI über den Schwarzmarkt Neapels, die Gelegenheitsprostitution in Rom, den Straßenkampf in Florenz und eine Glaubensdebatte im Romagna-Kloster bis zum Partisanenmord in der Po-Ebene. Satte Fülle der authentischen Details und paradoxes Chaos der Schicksalswirren. Statt Heldenerzählungen: Geschichtssplitter vom Volk in seinen unterschiedlichsten regionalen Ausprägungen. Rossellinis Bild der Welt: eine Summe von Erfahrungen. Zum Einstieg in Sizilien: Vittorio De Seta präsentiert die Weizenernte als musikalisches Arrangement. (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber