Odessa Crash Test (Notes on Film 09), 2014, Norbert Pfaffenbichler

Bronenosec Potemkin (Panzerkreuzer Potemkin)

Regie, Drehbuch: Sergej Eisenstein nach einer Episode von Nina Agadžanova; Kamera: Ėduard Tissė; Schnitt: Grigorij Aleksandrov; Darsteller: Aleksandr Antonov, Grigorij Aleksandrov, Vladimir Barskij. SU, 1925, 35mm, sw, ca. 68 min. Russische ZT mit dt. UT
 
Davor:
Odessa Crash Test (Notes on Film 09) Norbert Pfaffenbichler; Kamera: Martin Putz u. a. AT, 2014, DCP, Farbe, 6 min
 
Der Revolutionsfilm schlechthin. Wer immer Bronenosec Potemkin zum "besten Film aller Zeiten" erklärt, soll nicht vergessen, dass dieser "Klassiker" in dem, was ihn auszeichnet, ein Werk von Umsturz und Enthusiasmus bleibt. Glorios der Widerspruch, dass Eisenstein für einen Revolutionsfilm die Struktur klassischer Tragödie mit Einheit von Zeit und Ort wählt. Die Protagonisten jedoch sind Chor der Massen geworden. Hier das Kollektiv des Panzerkreuzers, dort das Kollektiv der Stadt. Visueller Gesang von Kanonenrohren, Steintreppen, Kosakenstiefeln. In dynamischen Ornamenten, Schüben und Flutwellen: das Volk Odessas, die Matrosen, die Offiziere, die Soldaten. Eine Sinfonie der Massen, in alle Arten der Bewegung, der Ruhe, des Tumults und Aufeinanderprallens versetzt durch die Ekstase der Montage von Sergej Eisenstein. Als Auftakt: Norbert Pfaffenbichlers wahnwitzige Neugestaltung von Eisensteins berühmter Treppenszene. (H.T.)
 
Am Klavier: Elaine Loebenstein