Les Cousins (Schrei, wenn Du kannst), 1959, Claude Chabrol

Les Cousins (Schrei, wenn Du kannst)

Regie, Drehbuch: Claude Chabrol; Kamera: Henri Decaë, Jean Rabier; Schnitt: Jacques Gaillard; Musik: Paul Misraki, W. A. Mozart, Richard Wagner; Darsteller*innen: Gérard Blain, Jean-Claude Brialy, Juliette Mayniel, Stéphane Audran. FR, 1959, 35mm, sw, 107 min. Französisch mit dt. UT
 
Chabrols zweiter Film spiegelt, mit denselben Hauptdarstellern und mehr Selbstsicherheit, die Situation seines ersten, Le Beau Serge (eine Methode, die er später noch öfter, noch verwinkelter aufgreifen wird): Diesmal kommt die Landmaus zur Stadtmaus – Gérard Blain als introvertierter, braver Bursche aus der Provinz, der zum Studienabschluss ins Haus seines dekadenten Großstadtcousins (Jean-Claude Brialy) zieht. Der eine widmet sich den Büchern, der andere dem Nachtleben (und verkleidet sich am Höhepunkt einer Party als Nazi-Offizier, rezitiert ein deutsches Gedicht zu Wagner). Der eine verliebt sich in ein Mädchen, der andere verführt sie. Chabrol: "Ich wollte nicht nur einen provokativen Film machen, sondern vor allem einen, der verstörend, mehrdeutig und obsessiv ist. Er endet tragisch, mit einem unabsichtlichen Verbrechen. Das Lachen muss einem plötzlich im Hals stecken bleiben, auf den Lippen gefrieren. Ich wollte eine gewisse Art der Erstickung darstellen." (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber am 20. März