Hiroshima mon amour, 1959, Alain Resnais

Hiroshima mon amour

Regie: Alain Resnais; Drehbuch: Marguerite Duras; Kamera: Takahashi Michio, Sacha Vierny; Schnitt: Anne Sarraute, Jasmine Chasney, Henri Colpi; Musik: Georges Delerue, Giovanni Fusco; Darsteller*innen: Emmanuelle Riva, Okada Eiji, Stella Dassas, Bernard Fresson. FR/JP, 1959, 35mm, sw, 89 min. Französisch mit dt. UT
 
Davor:
Nacht und Nebel / Nuit et brouillard Regie, Schnitt: Alain Resnais; Drehbuch: Jean Cayrol; Kamera: Sacha Vierny, Ghislain Cloquet; Musik: Hanns Eisler. FR, 1955, 35mm, Farbe und sw, 31 min. Autorisierte deutsche Fassung
 
Wiederholt hereinbrechende kurze Bilderfolgen suggerieren traumatische Erinnerungsblitze. Sie durchzucken die "unmögliche" Liebesgeschichte zwischen einer französischen Schauspielerin und einem japanischen Architekten in Hiroshima. Die Stadt des Atombombenabwurfs ist nicht bloß Kulisse, sondern durchwirkt und überschattet in ihrer tragischen Bedeutung die Seelenzustände der Protagonist*innen. Ein Film vom Erinnern und Vergessen, von Liebe und Tod, ein kunstfertiges, psychologisches Mosaik. Davor ein anderes Resnais-Erinnerungsbild: Nacht und Nebel, bahnbrechender Klassiker der Aufarbeitung eines Zivilisationsbruchs – der Konzentrationslager: "Und es gibt uns, die wir beim Anblick dieser Trümmer aufrichtig glauben, der Rassenwahn sei für immer darunter begraben", so Paul Celans Nachdichtung des Kommentars für die deutsche Fassung. (C.H.)