2 ou 3 choses que je sais d'elle (Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß), 1967, Jean-Luc Godard

2 ou 3 choses que je sais d'elle (Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß)

Regie: Jean-Luc Godard; Drehbuch: Jean-Luc Godard nach der Artikelserie "La Prostitution dans les grands ensembles" von Catherine Vimenet; Kamera: Raoul Coutard; Schnitt: Françoise Collin, Chantal Delattre; Musik: Ludwig van Beethoven; Darsteller*innen: Marina Vlady, Anny Duperey, Roger Montsoret. FR, 1967, 35mm, Farbe, 87 min. Französisch mit dt. UT
 
Wer ist "sie" wohl, diese Unbekannte, von der der Erzähler kaum etwas weiß? Juliette, die Hauptfigur, die als Hausfrau tagsüber, wenn die Kinder betreut sind, ihre Reize veräußert, um das magere Haushaltsbudget aufzufetten? Oder die Région Parisienne, in der jene Massenquartiere an der Peripherie gebaut werden, wo im Sog von Konsum und Fortschritt bald der kleine Wohlstand Einzug halten soll. Ist es eine der jungen Frauen, die mit direktem Blick in die Kamera ihr kurzes Selbstportrait skizzieren oder ist es doch das Leben/la vie selbst? Jean-Luc Godard führt im Flüsterton hinein in diesen fragmentierten Essay, kumuliert Fragen zum Sein und zu seiner Epoche, zu den Grenzen der Sprache und der Macht des Bildes und liefert zugleich die vollkommene Antwort auf seinen Anspruch, dass Kino politisch und poetisch zugleich sein soll. (K.S.)