Merci pour le chocolat (Süßes Gift), 2000, Claude Chabrol

Merci pour le chocolat (Süßes Gift)

Regie: Claude Chabrol; Drehbuch: Claude Chabrol, Caroline Eliacheff nach einem Roman von Charlotte Armstrong; Kamera: Renato Berta; Schnitt: Monique Fardoulis; Musik: Matthieu Chabrol; Darsteller*innen: Isabelle Huppert, Jacques Dutronc, Anna Mouglalis, Rodolphe Pauly. FR/CH, 2000, 35mm, Farbe, 103 min. Französisch mit dt. UT
 
Ein Alterswerk von exquisiter Gelassenheit, voller charmant niederträchtiger Details (besonders schön: Chabrols Fetisch für Soßenflecken und Tassenränder auf ansonsten makellosem Porzellan) und erneut getragen vom grundlegenden Chabrol-Plot rund um die saubere Großbürgerfamilie und die schmutzigen Geheimnisse hinter der Fassade. Wie um diese wiederkehrende Dualität zu betonen, ist Merci pour le chocolat um die Zahl Zwei strukturiert: Schokoladenfabrikbesitzerin "Mika" Müller, zweite Ehefrau eines berühmten Pianisten (die erste war ihre Schwester), fürsorgliche Gattin und Stiefmutter, erscheint in einem anderen Licht, als eine Klavierschülerin auftaucht – jenes zweite Baby, das einst kurzfristig mit dem Sohn vertauscht wurde. Während auf zwei Klavieren geübt wird und Zweifelhaftes aus zwei Familiengeschichten ans Tageslicht kommt, reift ein Verdacht: Mischt Mika Gift in die vom Stiefsohn so geliebte Schokolade? (C.H.)