La Fleur du mal (Die Blume des Bösen), 2003, Claude Chabrol

La Fleur du mal (Die Blume des Bösen)

Regie: Claude Chabrol; Drehbuch: Caroline Eliacheff, Louise L. Lambrichs, Claude Chabrol; Kamera: Eduardo Serra; Schnitt: Monique Fardoulis; Musik: Matthieu Chabrol; Darsteller*innen: Benoît Magimel, Nathalie Baye, Thomas Chabrol, Henri Attal. FR, 2003, 35mm, Farbe, 105 min. Französisch mit dt. UT
 
Zum alten Schlager durchmisst die Kamera ein scheinbares Idyll: hinter Ziersträuchern ein Landhaus, sauber aufgeräumt und eingerichtet. Die blutige Hand auf dem Bett stört den Frieden ein bisschen, aber nicht zu sehr. Zwei Verbrechen – eines in der Vichy-Ära, eines jetzt – liefern den symmetrischen Rahmen für La Fleur du mal, eine Geschichte von Familienabgründen, die unglücklicherweise gerade dann in Drohbriefen aufgewärmt werden, als die Mutter für den Bürgermeisterposten kandidiert. Sein rührendes Zentrum hat der Film in Gestalt der von Suzanne Flon verkörperten alten Tante, bei der alle Fäden zusammenlaufen und eine Chabrol-Kernthese bestätigen: "Alles folgt einer völlig normalen Logik, einer Logik, die eine der Grundfesten der Gesellschaft ist, weswegen die Menschen völlig sinnlose Verbrechen begehen: Weil es keinen Unterschied macht. Alles bleibt wie vorher." (C.H.)

Hinweis: La Fleur du mal wird am 4. April 2022 wiederholt.