Bellamy (Kommissar Bellamy), 2009, Claude Chabrol

Bellamy (Kommissar Bellamy)

Regie: Claude Chabrol; Drehbuch: Odile Barski, Claude Chabrol; Kamera: Eduardo Serra; Schnitt: Monique Fardoulis; Musik: Matthieu Chabrol; Darsteller*innen: Gérard Depardieu, Clovis Cornillac, Jacques Gamblin, Marie Bunel. FR, 2009, 35mm, Farbe, 110 min. Französisch mit dt. UT
 
Im letzten Film trifft Chabrol endlich auf einen anderen Giganten des französischen Kinos, Gérard Depardieu. Dessen fülliger Körper ist ideal für die Darstellung eines beim Treppensteigen schwer schnaufenden Ermittlers, der "einen Haufen Probleme mit sich herumschleppt und sich manchmal wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt" (Chabrol). Kommissar Paul Bellamy weilt mit der Gattin im Urlaub, als ihn ein ungebetener Besucher in einen mysteriösen Mordfall hineinzieht, während der Ferien-Familienfrieden bröckelt. In der Bellamy-Figur stecken Züge von Chabrol selbst, von Depardieu und von Maigret – der Film ist auch eine Hommage an zwei Georges: zum einen den großen Krimiautor Simenon, dessen Atmosphären und tiefe Menschenkenntnis, zum anderen den Chansonnier und Dichter Brassens, dessen Lieder und Grabstein gewitzt in die Handlung eingeflochten sind. Ein starker Abgang: unaufgeregt und unergründlich. (C.H.)