Die koreanische Hochzeitstruhe, 2009, Ulrike Ottinger © Ulrike Ottinger

Die koreanische Hochzeitstruhe

Regie, Drehbuch: Ulrike Ottinger; Kamera: Ulrike Ottinger, Lee Sunyoung; Schnitt: Bettina Blickwede, Yang Jinmo; Musik: Kim Soyoung. DE, 2009, DCP (von 35mm), Farbe, 82 min. Koreanisch mit engl. UT
 
Die mit kostbaren Stoffen und symbolischen Geschenken gefüllte Hochzeitstruhe, die der Bräutigam an die Familie der Braut schicken lässt, markiert den Beginn des traditionellen koreanischen Hochzeitsrituals. Auch in der Megacity Seoul wird diese Tradition heute noch gepflegt, verschränkt mit den modernen Aspekten des gegenwärtigen Alltags. Ulrike Ottinger sucht die "Stationen der Liebe" auf, vom Tempel der Wunscherfüllung über die Straße der Hochzeitsläden bis zum Beautysalon im Hochzeitspalast. Höhepunkt ist dort die Zeremonie, die nach westlichem Muster samt des Cliff-Richard-Hits "Congratulations" abläuft, um dann nach traditioneller Art wiederholt zu werden. Dass hier Vergangenheit und Gegenwart durchaus amüsant aufeinander prallen, zeigt sich in jenen Szenen, in denen die NetShelter der Hochzeitslocation die Paare und ihre Familien buchstäblich wie Puppen arrangieren und den Ablauf soufflieren, um reibungslos durch die Trauung zu führen und alten Ritualen wieder Leben einzuhauchen. (A.P.)
 
Courtesy Arsenal