Johanna D'Arc of Mongolia 1989, Ulrike Ottinger © Ulrike Ottinger

Johanna D'Arc of Mongolia

Regie, Drehbuch, Kamera: Ulrike Ottinger; Schnitt: Dörte Völz; Musik: Wilhelm Dieter Siebert; Darsteller*innen: Delphine Seyrig, Irm Hermann, Peter Kern, Xu Re Huar. BRD, 1989, DCP (von 35mm), Farbe, 165 min. Diverse Sprachen mit engl. UT
 
Die Transsibirische Eisenbahn – Mythos und Wunderkammer auf Schienen – vereint den westlichen Luxus der Reichen mit den aus ganz anderen Gründen reisenden Passagier*innen auf den Holzbänken der 3. Klasse, darunter jüdische Familien auf der Flucht, Soldaten, Bauern, Jäger. In diesem geschichtsträchtigen Kosmos begegnen sich eine sehr elegante Ethnologin (umwerfend: Delphine Seyrig in ihrer letzten Filmrolle), eine lustige amerikanische Musicalsängerin und eine junge Abenteuerreisende. Sie vermischen sich im Speisewagen – beschwingt von den Melodien einer georgischen Damen-Combo – mit drei exzentrischen Herren, einem Balletttänzer, einem russischen Offizier, und einem hypochondrischen Tenor (Peter Kern als Genusssüchtiger mit einem der kulinarischen Höhepunkte der Filmgeschichte!). Bald wechseln die Damen in die Transmongolische, um kurz darauf von einer mongolischen Prinzessin ins Ungewisse entführt zu werden … (K.M.)
 
Courtesy Arsenal