Countdown 1990, Ulrike Ottinger © Ulrike Ottinger

Countdown

Regie, Drehbuch, Kamera: Ulrike Ottinger; Text: Eva Meyer; Schnitt: Eva Schlensag. DE, 1990, DCP (von 16mm), Farbe, 188 min. Diverse Sprachen mit engl. UT
 
Der Schwarzmarkt mit aus der Berliner Mauer gehackten, graffittibunten Brocken als Souvenir floriert, der ehemalige Todesstreifen wird zum beliebten Ausflugsziel, die Schlangen vor den Bankfilialen werden immer länger: Anhand der letzten zehn Tage vor der Währungsunion am 1. Juli 1990 gestaltet Ulrike Ottinger ein Juwel der audiovisuellen Zeitgeschichte. In so fließenden wie gegenläufigen Bewegungen tastet sich die Kamera Ulrike Ottingers in zehn Kapiteln an die Anfänge der deutschen Wiedervereinigung heran – führt uns vom Jüdischen Friedhof über den Fluss, entlang der Fassaden, hinein in die Felder des Umlands, zu Fischerdörfern, zu den Storchennestern, mit großer Achtsamkeit fürs Detail, für die Feinheiten und das vermeintlich Unscheinbare. Ein Film über Grenzen sowie die Bewegungen und (Un-)Sicherheiten, mit denen ihre Auflösung einhergeht. Zeit verfliegt in diesem vor Neugier und Schaulust sprießenden Meisterwerk. (K.M.)
 
Courtesy Arsenal