Volga-Volga, 1938, Grigoriy Aleksandrov

Volga-Volga

Regie: Grigoriy Aleksandrov; Drehbuch: Nikolay Erdman, Grigoriy Aleksandrov, Mikhail Volpin; Kamera: Boris Petrov; Schnitt: Yeva Ladyzhenskaya; Musik: Isaak Dunaevskiy; Liedtexte: Vasiliy Lebedev-Kumach; Darsteller*innen: Lyubov Orlova, Igor Ilyinsky, Pavel Olenev, Andrey Tutyshkin, Sergei Antimonov. UdSSR, 1938, 35mm, sw, 104 min. Russisch mit dt. UT
 
"Und – was sagst du zum Tod Isoldes?", fragt der Rechnungsführer des örtlichen Orchesters die opernunkundige Briefträgerin. "Sie stirbt ganz schön langsam." Es sind einfache Menschen mit einfachen Antworten auf noch einfachere Fragen, denen Genosse Aleksandrov – Klassiker der sozrealistischen Stil- und Mediensynthetik der 1930er Jahre – hier ein Denkmal setzt. Zwischen wagnerschem Gesamtkunstwerk und SU-Musikfilmkomödie (gespeist, wie so oft, aus den Noten Dunaevskiys und Texten von Lebedev-Kumach) liegen denn auch Welten. Konzipiert als satirische Apotheose der Volkstümlichkeit franst Volga-Volga allerdings immer wieder aus – im Grunde herrscht die permanente Störung der Ordnung. In den Kommunikationskanälen rauscht es gewaltig – und unter dem Schutzmantel der Soz-Madonna Lyubov Orlova geraten Geschlechterhierarchien sowie die (für die stalinistische Kulturpolitik wohl zentrale) Frage nach dem Verhältnis Arbeit-Kunst kräftig ins wanken. (B.W.)

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