Die 3-Groschen-Oper, 1931, G.W. Pabst

Die 3-Groschen-Oper

Regie: G. W. Pabst; Drehbuch: Leo Lania, Béla Balázs, Ladislaus Vajda nach dem Bühnenstück von Bertolt Brecht; Kamera: Fritz Arno Wagner; Schnitt: Hans Oser; Musik: Kurt Weill; Darsteller*innen: Rudolf Forster, Carola Neher, Lotte Lenya, Hermann Thimig, Ernst Busch, Reinhold Schünzel, Wladimir Sokoloff. DE, 1931, 35mm, sw, 110 min. Deutsch
 
Berlin 1931, auf der Straße wie im Film: Überschneidung von Realität und Fiktion. Vergnügungssucht und Massenelend existieren parallel. G. W. Pabst hat Die 3-Groschen-Oper kühl und sachlich in Szene gesetzt und Brechts epische Form makellos in den Film übertragen. Mackie Messer: kalt und zynisch, Polly: naiv, liebend. Überlebensgroß: die Hure Jenny. Lotte Lenya setzt in hohen, schrillen Tönen allen Ausgestoßenen und Betrogenen ein Denkmal. Die Kritik war verhalten, Weill und Brecht zerrten die Produzenten und den Regisseur vor Gericht, mit mäßigem Erfolg. Angesichts der dräuenden Katastrophe von Krieg und Zerstörung hat die Verfilmung nichts an Schärfe und Aktualität eingebüßt. Dissonant im Ton, mahnend der Text: allein der Mensch hat nichts dazugelernt. (E.S.)