Suspiria, 1977, Dario Argento

Der letzte Seufzer

Suspiria Dario Argento; Drehbuch: Dario Argento, Daria Nicolodi; Kamera: Luciano Tovoli; Musik: Goblin, Dario Argento; Schnitt: Franco Fraticelli; Darsteller*innen: Jessica Harper, Stefania Casini, Udo Kier, Alida Valli, Joan Bennett. IT, 1977, 35mm, Farbe, 98 min. Englisch
 
Davor:
One Froggy Evening Chuck Jones. US, 1955, 16mm, Farbe, 7 min. Englisch
Invocation of My Demon Brother Kenneth Anger. US, 1969, 16mm, Farbe, 11 min
 
Mit Suspiria ist dem italienischen Horror-Maestro Dario Argento eine der bezwingendsten (Alb-)Traumfantasien des Kinos gelungen – und einer der wenigen Spielfilme, die Musik auf völlig originäre Weise einsetzen. Suspiria ist irrationales cinéma pur, das nur seiner eigenen Logik von Angst und Spannungskitzel folgt: als strahlendes Nachtschattenmärchen, in höllischem Three-Strip-Technicolor zur Welt gebracht. Es war einmal ein amerikanisches Mädchen, das eine deutsche Ballettschule besuchte, nicht ahnend, dass dort das Unheimliche auf sie wartete: Erfasst vom unwiderstehlichen Sog einer Mise en scène, die sich an Kinderlogik, Kamerataumel und Schockschnittekstase berauscht, stolpert Argentos Alice im Wundenland der unvermeidlichen Konfrontation mit der wicked witch of the Schwarzwald entgegen. Zur Einstimmung: Ein Animations-Horrortrip der hochkomischen Art mit Froschgesang von Chuck Jones und eine satanische Anrufung des Bösen durch Kenneth Anger und Mick Jagger. (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber