Who's That Knocking at My Door, 1965/68, Martin Scorsese

Who's That Knocking at My Door

Martin Scorsese. US, 1965/68, 35mm, sw, 90 min. Englisch
 
Klaustrophobie in Schwarzweiß. Geprägt vom Druck eigener Erfahrungen gleicht Scorseses erster Langfilm einem eingesperrten Tier, das im Käfig Kreise zieht. Der Name des Gefängnisses: Little Italy, Mezzogiorno in Lower Manhattan. Katholische Zuflüsterungen. Mahnende Stimme sizilianischer Gemeinschaft und der Männerbund-Kodex der "vitelloni". Harvey Keitel, erstes Alter Ego Scorseses, als junger Straßenwolf, glatt, unberechenbar, unreif, mit einem vagen Hauch Gefährlichkeit. Es schafft ihm kaum Probleme, mit Kumpanen Nutten zu konsultieren. Die Tatsache indes, dass das Mädchen, das er liebt, nicht mehr Jungfrau ist, wird zur unüberwindlichen Hürde. Vier Jahre Drehzeit und Besessenheit. Lange vor The Age of Innocence: das nämliche Thema, die nämliche Gefangenheit in einer Lebenswelt. Analogia. Oder: ein guter Regisseur (so Scorsese) macht stets nur einen Film. (H.T.)