Shine a Light, 2008, Martin Scorsese

Shine a Light

Martin Scorsese. US, 2008, 35mm, Farbe, 122 min. Englisch mit dt./frz. UT
 
Was Scorseses Filme stets auch sind: Musikfilme auf Kenneth Angers Spuren. Also infernalische Musicals, in denen Rocksongs (nicht zuletzt die Ihrer Rolling-Stones-Wolfsmajestäten) als objets trouvés, Zeitzeugen, Kommentare, Kontrapunkte und Aphrodisiaka fungieren. Nach Jahrzehnten der Huldigung im off filmt Scorsese die Stones beim Konzert live – mit 18 Kameras, wodurch der Film auf Fieberkurvenart beides wird: Dokument und Interpretation. Mick Jagger tanzt Pop-Voodoo, desgleichen die Bilder und Schnitte. Es fegen-hämmern-toben im und übers ehrwürdige Bacon Theatre reptilgesichtige, geriatrische Gentlemen, die aller Ehre spotten und die Jungen das Fürchten lehren. Nicht weniger rauschhaft die tilts, travellings, zooms und jump cuts der Scorsese-Mannschaft: Ekstase-Wahlverwandtschaften. Am Ende rast die Kamera auf die Straße, um hinauf zum Vollmond zu schnellen, der höhnisch seine Jagger-Zunge zeigt. (H.T.)
 
Courtesy Cinémathèque suisse

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