Shutter Island, 2010, Martin Scorsese

Shutter Island

Martin Scorsese. US, 2010, 35mm, Farbe, 138 min. Englisch
 
Abgründige Liebeserklärung an die (Alb-)Traumfabrik, an das Kino als Ort des Grauens und der Gnade. Eine barocke Schreckenssymphonie samt atemberaubender Soundtrack-Collage zwischen Pop und Neutönern, von Brian Eno bis Morton Feldman. Fiebrig fusioniert Scorsese die Traumata und Ängste der Nachkriegsjahre mit den Genrekino-Visionen dieser Ära und webt daraus eine tückische Rätselreise. Wir schreiben 1954: Ein Marshal wird auf eine Insel vor der Küste von Massachusetts geschickt, wo eine Kindsmörderin aus der Anstalt für geistesgestörte Rechtsbrecher verschwunden ist. Seine Investigation wird von plötzlichen Halluzinationen überlagert – die Beteiligung an der Befreiung Dachaus, der Feuertod seiner Frau ... Farbenrausch wie bei Mario Bava, Irrenhaus-Hysterie wie bei Sam Fuller, bestrickende Poesie des Verdrängten wie bei Val Lewton. Gedicht vom Rausch des Sehens, gesteigert bis zum Schock des Begreifens. (C.H.)

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