À l'ombre de la canaille bleue (Im Schatten der blauen Kanaille), 1979/86, Pierre Clémenti (Foto: Cinémathèque française)

À l'ombre de la canaille bleue (Im Schatten der blauen Kanaille)

Pierre Clémenti. FR, 1979/86, DCP (von 16mm), Farbe, 82 min. Französisch mit engl. UT
 
Clémentis einziger Spielfilm verwandelt Frankreichs Hauptstadt in die futuristische "Necrocity", so wie William S. Burroughs in Naked Lunch sein Tanger als "Interzone" schilderte: eine schäbige nächtliche Metropole bevölkert von Außenseitern, Punks und Gangstern, zerfressen von den neuen Drogen der islamischen Aufständischen, während das totalitäre Regime von Capitaine Speed repressive Maßnahmen setzt. Ein Politkrimi in freier Versform sozusagen (der tunesische Autor Achmi Gachem spielt auch eine Hauptrolle, während Clémenti gleich zwei gegensätzliche Figuren gibt: den Drogensüchtigen Flash und den irren General an Speeds Seite), autonom auf 16mm-Stummfilm gedreht, dann nachsynchronisiert, um die Unordnung noch zu steigern. Die Logik implodiert, die Konflikte sind absurd, die Handlung wird von dunkler Burleske und Paranoia-Theater überwältigt. Umso stärker erstrahlt einer der großen Stadtfilme: Paris á la Punk in den späten 1970ern. (C.H.)
 
In Anwesenheit von Balthazar Clémenti