Sans Soleil – Unsichtbare Sonne, 1983, Chris Marker

Sans Soleil – Unsichtbare Sonne

Chris Marker. FR, 1983, 35 mm, Farbe, 103 min. Autorisierte deutsche Fassung
 
Eine Erzählerin liest aus Briefen, die ihr ein nachdenklicher Kameramann aus der Zukunft geschickt haben will. Markers subjektiver Reisebericht ist essayistische Reflexion und visuelle Dokumentation gleichermaßen: Eine bildmächtige Meditation über die Funktion von Gedächtnis, die (Un-)Möglichkeit von Erinnerung und die kulturelle Verfasstheit von Wahrnehmung. Ein frei driftender Gedankenstrom zur Errettung einer äußeren Wirklichkeit, der sich als fast vollständiger Bildkatalog des 20. Jahrhunderts erweist, der vom Ende des Kolonialismus, von Kriegen und atomarer Bedrohung sowie vom Anbruch eines digitalen Zeitalters berichtet, in dem das kollektive Gedächtnis von einer nicht enden wollenden Flut von Bildern geformt und fragmentiert wird. Markers assoziative Montage markiert einen Wendepunkt in der Filmgeschichte. (T.W.)
 
Einführung von Tom Waibel