Mitt hem är Copacabana (Mein Heim ist Copacabana), 1965, Arne Sucksdorff (Foto: Swedish Film Institute)

Mitt hem är Copacabana (Mein Heim ist Copacabana)

Arne Sucksdorff. SE, 1965, DCP (von 35mm), sw, 88 min. Schwedisch/Portugiesisch mit engl. UT
 
Nachdem Pojken i trädet im Kino floppte, nahm Sucksdorff eine Einladung der UNESCO an und ging nach Rio de Janeiro, um an einem Trainingsprogramm und der Gründung einer Filmschule mitzuwirken. Dort begegnete er angehenden Filmemachern wie Nelson Pereira do Santos, weshalb er manchmal als Vater des brasilianischen Cinema novo bezeichnet wird. Im Jänner 1964 begann er mit dem Dreh von Mitt hem är Copacabana und schilderte in visuell herausragenden und bemerkenswert choreografierten Einstellungen die Träume, Ängste, Probleme und Nöte von vier Straßenjungen. Dass dieses Langfilmmeisterwerk des gefeierten Naturfilmers eine Großstadtsymphonie ist, muss man nicht als Ironie sehen, sondern vielmehr als Zeugnis seiner Vision und einzigartigen Fähigkeit, Beziehungen zwischen seinen Protagonist*innen und deren Umgebung zu veranschaulichen. Sucksdorff ließ sich danach in Brasilien nieder und drehte dort in den 1970ern eine TV-Serie in Mato Grosso. (J.W.)