Le 15/8, 1973, Chantal Akerman, Samy Szlingerbaum (Foto: Arsenal – Institut für Film und Videokunst)

Le 15/8

Chantal Akerman, Samy Szlingerbaum. BE/FR, 1973, DCP (von 16mm), sw, 43 min. Französisch mit dt. UT

Symphonie (Soliloque)

Boris Lehman. BE, 1979, 16mm, sw, 34 min. Französisch mit dt. UT
 
Am titelgebenden 15. August hält eine finnische Auswanderin einen langen Monolog über sich, ihr Leben, die Kleinigkeiten des Alltags. Akerman und Szlingerbaum durchmessen die sonnige Pariser Wohnung der Protagonistin in langen Einstellungen und erforschen den Raum ihrer Lebenswelt als Spiel von Licht und Schatten. Einen ganz anderen Monolog, ein ganz anderes Raumgefühl präsentiert Boris Lehman (mit Szlingerbaum als Kameramann) in Symphonie (Soliloque): Der Jude Roman Scheid spielt mit manischer Verve unter dem Rollennamen Jakob Rabinowitsch einen autobiografischen Text über die klaustrophobische Erfahrung, sich als Jugendlicher in einer winzigen Wohnung vor den Nazis zu verstecken. Lehman und Scheid entwerfen ein mitreißendes Vexierspiel, das zwischen Fakt und Fiktion schillert – wie auf ganz andere Weise Szlingerbaums bald darauf gezeigter Bruxelles-transit (in dem Lehman als Vater auftritt). (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber am 6.1.
 
Courtesy of Arsenal – Institut für Film und Videokunst