Il Decameron (Decameron), 1971, Pier Paolo Pasolini

Il Decameron (Decameron)

Pier Paolo Pasolini. IT, 1971, DCP (von 35mm)*, Farbe, 112 min. Italienisch mit dt. UT
 
Auftakt zur "Trilogie des Lebens", mit der Pasolini nach mehreren allegorischen Arbeiten zurück zu einer volkstümlichen Vitalität finden will. Als Kontrapunkt zur immer "irrealeren" Welt der Massenmedien mit ihren geschönten Darstellungen setzt er bewusst auf urwüchsige Körper und vor allem auf das Geschlechtliche: Die Grundlagen sind klassische erotische Sammlungen von Erzählungen, entsprechende Musiken orchestriert ihm maestro Morricone. Den Auftakt macht Boccaccios Il Decamerone, aus dem Pasolini acht Novellen auswählt, davon sieben neapolitanische, um einen heiteren Episodenreigen um Sex, Gelächter und Tod (die Ambivalenz lässt Pasolini eben dennoch nie los) zu inszenieren. Die Berlinale-preisgekrönte Zotigkeit des Films entrüstete Teile der "seriösen" Kritik, begründete aber in Italien das populäre Sexkomödien-Subgenre der decamerotico. Pasolini selbst spielt in der Rahmenhandlung den Maler Giotto und bilanziert: "Warum ein Werk vollenden, da es doch wunderbar ist, davon zu träumen?" (C.H.)
 
Courtesy Kinemathek Le Bon Film

* Hinweis zu Fassungsänderung: Leider kann nicht wie geplant eine 35mm-Kopie mit dt./frz. Untertiteln gezeigt werden. 

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