M, 1931, Fritz Lang © Horst von Harbou - Deutsche Kinemathek

M

Fritz Lang. DE, 1931, 35mm, sw, 110 min. Deutsch
 
Eine Silhouette wirft ihren Schatten auf eine Litfaßsäule mit der Aufschrift: Wer ist der Mörder? Elsie Beckmann (Inge Landgut), die ihren Ball dagegen geworfen hat, hält inne, als sie angesprochen wird: "Du hast aber einen schönen Ball. Wie heißt Du denn?" Die Umrisse der Gestalt sind weich und gedrungen, die Stimme ist melodiös und unverkennbar mit einem wienerischen Akzent ausgestattet. Peter Lorres Darstellung des getriebenen Kindermörders ebnete ihm den Weg ins internationale Filmgeschäft. Eindringlich verkörpert er eine zutiefst gespaltene Persönlichkeit, die – wie ein Schreckgespenst aus den Schützengräben des Ersten Weltkriegs entsprungen –, dazu verdammt ist, Kinder zu ermorden. Lorre probte gleichzeitig am Theater, und so brachten ihn die nächtelangen Dreharbeiten mit dem Perfektionisten Fritz Lang und die Rolle des Hans Beckert an seine körperlichen wie psychischen Grenzen. In seinem hochdramatischen Schlussmonolog zieht er alle Register seines Könnens und wir sind ganz nebenbei Zeugen der Geburt eines Stars. (E.S.)
 
Einführung von Elisabeth Streit am 22.1.