VALIE EXPORT, Adjungierte Dislokationen, 1973 © VALIE EXPORT, Bildrecht Wien, 2021; Foto: Hermann Hendrich (Courtesy VALIE EXPORT)
Unsichtbare Gegner, 1977, VALIE EXPORT
Aktionskunst International. Dokumente zum Internationalen Aktionismus, 1989, VALIE EXPORT
Die Praxis der Liebe, 1985, VALIE EXPORT
Menschenfrauen, 1979, VALIE EXPORT
Selbstportrait mit Kopf, 1966/67, VALIE EXPORT

VALIE EXPORT

9. bis 22. Dezember 2021


Auf Grund der Entwicklungen rund um COVID-19 können die Vorführungen von 9. bis 11. Dezember 2021 leider nicht wie geplant stattfinden. Unser Programm wird wie angekündigt fortgesetzt, sobald wir wieder öffnen können.

Zum 80. Geburtstag und anlässlich der Schenkung ihres filmischen Werks an das Filmmuseum war bereits für Dezember 2020 eine umfassende Retrospektive zu VALIE EXPORTs Schaffen geplant. Aufgrund der Pandemie mussten wir verschieben und freuen uns jetzt umso mehr, VALIE EXPORTs Spiel-, Kurz-, und Dokumentarfilme sowie die Dokumentationen von Performances zu präsentieren und ihr Werk mit einem hochkarätig besetzten Symposium zu beleuchten.

VALIE EXPORT gilt weltweit als eine der einflussreichsten Künstler*innen, in ihrer Arbeit verbinden sich multimediale Kunstpraxis und Theorie mit einem feministischen Anliegen. Bereits 1967 wählte sie programmatisch einen Künstler*innennamen, der sie symbolisch von der ihr zugewiesenen Rolle als Frau in der Kunstwelt innerhalb einer männerdominierten Gesellschaft distanzierte. In ihren Ausdrucksformen – darunter Zeichnung, konzeptuelle Fotografie, Installation, Skulptur, Performance – spielen Film und Video eine zentrale Rolle. Als eine der größten Transgressiven in der Kunst überschreitet sie damit beständig Medien und Kategorien wie analog/digital, physisch/virtuell.

EXPORTs Interesse an der Struktur und Wirkung bewegter Bilder steht die Auseinandersetzung mit dem Körper gegenüber, als Teil einer "gespaltenen Existenz" zwischen Realität und Repräsentation. Diese fundamentale Gebrochenheit ist bei EXPORT Prinzip und Grundlage ihrer Ästhetik so sehr wie ihrer Politik. Das macht ihre Medienkritik nach wie vor aktuell, und ihr Werk angesichts der tiefgreifenden Verwerfungen, die das Digitale in Gesellschaft, Körperverständnis und Politik hervorruft immer noch so pointiert und unbequem wie zu seiner Entstehungszeit. Die Auswahl schlägt einen Bogen von den grenzüberschreitenden Aktionen und frühen 8mm-Filmen der 1960er Jahre (TAPP und TASTKINO) über die radikalen Film-Performances (Mann & Frau & Animal, ...Remote...Remote...) und Spielfilme wie Unsichtbare Gegner (1977) oder Die Praxis der Liebe (1985) bis hin zu EXPORTs Dokumentarfilmen – z. B. über Elfriede Jelinek, Oswald Wiener, die Geschichte des Avantgardefilms und die Entwicklung der internationalen Aktionskunst. (Brigitta Burger-Utzer, Michael Loebenstein)

In Kooperation mit sixpackfilm

 

Zusätzliche Materialien