Sayat Nova (Die Farbe des Granatapfels), 1969, Sergei Parajanov

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Amos-Vogel-Atlas Kapitel 15:
Die Poesie der Tableaux vivants

14. Dezember 2023 sowie 6. und 10. Jänner 2024
 
In den Anfangsjahren des Kinos war der Tableau-Stil die Norm: Nahaufnahmen, Kamerafahrten und andere "Selbstverständlichkeiten" wurden erst durch technische und ästhetische Entwicklungen Teil des Arsenals der Filmsprache. Doch die vermeintlich bloß "theatralischen" Tableaux vivants bargen auch besonderes poetisches Potenzial für den Film, was sich schon früh in trickreichen Kunstwerken von Georges Méliès oder Segundo de Chómon zeigte. Immer wieder griffen seither Regisseur*innen, insbesondere in Osteuropa, auf dieses Stilmittel zurück, um neue Möglichkeiten und ästhetische Dimensionen zu erschließen: So wurde Sergej Parajanov mit seiner Weiterschreibung in den 1960ern als Innovator weltberühmt und auch von Amos Vogel gepriesen. Dieses Kapitel des Vogel-Atlas kombiniert diese Preziosen mit einer großartigen Wiederentdeckung aus Ex-Jugoslawien (und ihres Kurzfilm-Vorläufers), bei deren Restauration das Filmmuseum mitgearbeitet hat. (Christoph Huber)
 
Der gebürtige Wiener Jude Amos Vogel (1921–2012) wurde nach der Emigration in die USA eine der wichtigsten Figuren der internationalen Filmkultur. Die Reihe Amos-Vogel-Atlas widmet sich der Weiterführung seines widerständigen Erbes parallel zur Beforschung seines Nachlasses im Filmmuseum mit Schwerpunkt auf Raritäten aus der Sammlung.
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