Gummo

Gummo (1997)

Regie, Drehbuch: Harmony Korine; Kamera: Jean-Yves Escoffier; Musik: Bathory, The Electric Hellfire Club, Sleep u. a.; Darsteller: Jacob Reynolds, Nick Sutton, Jacob Sewell, Darby Dougherty, Chloë Sevigny, Linda Manz, Max Perlich, Harmony Korine. Farbe, 89 min
 
Impressionistischer Kino-Vandalismus aus dem Hinterland von Tennessee und - samt der Wiederkehr von Kultschauspielerin ­Linda Manz nach mehr als einer Dekade Leinwandabsenz - ein ­Tribut an Dennis Hoppers Out of the Blue aus der Ära von Beavis and Butt-Head. Harmony Korine, eben als Drehbuchautor von ­Larry Clarks Kids zur Hype-Figur geworden, schlägt mit einer Vaudeville-Revue am schmalen Grat zwischen dokumentarischer Anmutung und dementem Surrealismus zurück. Nihilistischer Alltag von ­Jugendlichen in einer langweiligen Kleinstadt mit dem unwahrscheinlichen Namen Xenia, Ohio, die sich nie von einer Tornado-Verwüstung in den 70er Jahren erholt hat: Kleberschnüffeln und Katzenjagd auf dem Fahrrad zu Bretter-Metal, Begegnungen mit Zwergen und Albinos (auch Werner Herzog dürfte einen gewissen Einfluss gehabt haben: er spielte in den folgenden Korine-Filmen mit) und, im Schlüsselbild des Films, Heerscharen von Insekten ­hinter einem Familienporträt. (C.H.)

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