Metropolis (© Horst von Harbou - Deutsche Kinemathek)

Metropolis (1927)

Regie: Fritz Lang; Drehbuch: Lang, Thea von Harbou; Kamera: Karl Freund, Günther Rittau; Darsteller: Brigitte Helm, Alfred Abel, Gustav Fröhlich, Heinrich George, Rudolf Klein-Rogge. Farbe, 83 min Giorgio-Moroder-Fassung, 1984
  
Der ehrgeizigste deutsche Stummfilm, entstanden in den UFA-Studios, die den vielsagenden Namen Neubabelsberg tragen. Buñuel macht bereits 1927 auf die doppelte Lesart dieser Zukunftsvision aufmerksam. Metropolis ist neben seinen unleugbar lächerlichen Seiten ein Werk voll faszinierender Bilder, ingeniöser Erfindungen und phantastischer Architekturen. Als „herrlichstes aller ­vorstell­baren Bilderbücher“, wie Buñuel befindet, hat diese rückwärtsgewandte Utopie wenig an Halluzinatorik eingebüßt. Wolkenkratzerstädte mit Müßiggängern im Licht. In den Katakomben jedoch eine totalitäre Maschinenwelt, in der Arbeiter zu menschlichen Hebeln und trottenden Blöcken verkommen sind. Wie Lang und Thea von Harbou Ober- und Unterwelt gegeneinander ausspielen, um sie ­danach im Herz zu versöhnen, ist eine unerlässliche Geschichtsstunde über das deutsche Denken der Weimarer Republik, das sich dem furchtbaren Vergnügen des Träumens hingibt. (H.T.)
 
Mit Dank an die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
 
Giorgio-Moroder-Fassung (1984) am 20. Oktober
Restaurierte Fassung (2010) am 3. November

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