Dans ma peau (In meiner Haut)

Dans ma peau (In meiner Haut) (2002)

Regie, Drehbuch: Marina de Van; Kamera: Pierre Barougier; Musik: Bassmati, Esbjörn Svensson; Darsteller: Marina de Van, Laurent Lucas, Léa Drucker, Thibault de Montalembert, Thomas de Van. 35mm, Farbe, 93 min

 
Schengener Schrecken heißt oft: Neoliberale Alltage werden durch Intrusionen, etwa fleischliche, gestört. Anders in Dans ma peau: Eine Wunde ruft immer neue Verletzung hervor – und erscheint als eine Selbsttechnik fast komplementär zu den Normen, die fordern, man möge immer alle Vitalitätsregister ziehen. Eine junge Angestellte auf Karrieresprung ins Management zieht sich eine Beinwunde zu; statt diese heilen zu lassen, hat sie zunehmend Freude am Herumschnippeln und -knabbern an sich. Wie eine Suchtkranke oder Existenzial-Vampirin hält sie ihr blutiges Autoerotik-Hobby vor Partner und Freundin geheim und ihr Leben aufrecht. Marina de Van, drahtige Wiedergängerin Barbara Steeles, Regisseurin von Frauen in Selbst-Spaltung (Don’t Look Back), inszeniert sich in ihrem Debüt als eine Frau, die sich inszeniert. Das kluge Selfie unter den Folter-Filmen der Nullerjahre, mit Split Screen, trockenem Humor und einer irrwitzigen Suspense-Szene vom Selbstverletzen unterm Business-Dinner-Tisch. (D.R.)

Spieltermine:

So 29.03.2015 20:45
(Frz. OmeU)