Trolljegeren/Trollhunter (Foto: Norsk filminstitutt)

Trolljegeren / Trollhunter (2010)

Regie, Drehbuch: André Øvredal; Kamera: Hallvard Bræin; Musik: Johan Husvik; Darsteller: Otto Jespersen, Glenn Erland Tosterud, Johanna Mørck, Tomas Alf Larsen, Urmila Berg-Domaas. 35mm, Farbe, 103 min
 

Ein Dokumentarfilm-im-Film-Team bricht in den Norden Norwegens auf. Der Doku-Jungregisseur vergleicht sich im Scherz mit Michael Moore, aber der Wind weht woanders her: Mehr noch als [REC], die zweite große Euro-Monster-Mockumentary, wandelt Trolljegeren auf Folk-Horror-Spuren des Blair Witch Project. Hoax, Sage oder real? Hier ist das filmisch zu bezeugende Wald-(und Tundra-) Wesen die Gattung der Trolle. Für deren Kontrolle ist der Titelheld zuständig: kein Man in Black, sondern ein Försterkauz im Sold eines spießigen Staatsapparats zur Geheimhaltung und Hegung der Steinriesenwesen. Weshalb sonst führt ein Teil von Norwegens Starkstromnetz im Kreis, fast wie ein Zaun? Die Beweisprozedur, die hier ultimativ wackelnd persifliert wird, ist die Beschwörung der Nation: Der Troll ist norwegischer Identitätskulturschatz. Und ein Anblick konträr zum Kino: Trifft ihn ein Lichtstrahl, erstarrt er. (Wie immer im Filmmuseum gilt: Abspann aussitzen!) (D.R.)

Spieltermine:

Sa 04.04.2015 21:00
(Norwegische OmeU)