Touki Bouki (Die Reise der Hyäne), 1973, Djibril Diop Mambéty (Foto: Cineteca di Bologna)

Touki Bouki (Die Reise der Hyäne)

Regie, Drehbuch: Djibril Diop Mambéty; Kamera: Georges Bracher; Schnitt: Siro Asteni; Darsteller: Magaye Niang, Myriam Niang, Al Demba, Dieynaba Dieng. Senegal, 1973, 35mm, Farbe, 90 min. Wolof mit dt. und frz. UT
 
Djibril Diop Mambétys erster Langfilm, eines der größten Werke des afrikanischen Kinos und eines seiner experimentierfreudigsten: Mory, ein junger Hirte, hat die Rinder in den Schlachthof gebracht und fährt auf seinem hörnergeschmückten Motorrad durch Dakar. Als er die Studentin Anna kennen lernt, beschließen die beiden, nach Paris, zum "kleinen Engel des Paradieses", aufzubrechen: Um sich die Überfahrt leisten zu können, versuchen sie sich als Kleinkriminelle. Ein mitreißender, vielschichtiger, aus allen Nähten platzender Entwurf zur Faszination des "Schwarzen Kontinents" für die Versprechungen der westlichen Welt. Das schlägt sich auch im wirbelnden Stil des Autodidakten Mambéty nieder: Touki Bouki kombiniert Noir und Nouvelle Vague, Komödie und Sozialkritik und ist ein Gegenpol zum Ausverkauf im zeitgleichen Blaxploitation-Kino: Die Bilanz mag bitter sein, die Inszenierung aber sagt: anything goes. (C.H.)
 
Herzlichen Dank an Franz Seilern, der im Rahmen des Projekts "Filmpatenschaft" den Erwerb dieses Films für die Sammlung des Filmmuseums finanziert hat.