Krvavá pani (Die blutige Dame), 1980, Viktor Kubal (Foto: Národní filmový archive)

(Un)Wirklichkeit

Krvavá pani (Die blutige Dame)

Regie, Drehbuch: Viktor Kubal; Kamera: Otto Geyer; Schnitt: Marta Solárová; Musik: Juraj Lexmann. ČSSR, 1980, DCP (von 35mm), Farbe, 74 min. Slowakisch mit engl. UT
 
Davor:
Žltá (Gelb) Ivana Šebestová. SK, 2017, DCP, Farbe, 6 min
 
Um die "Blutgräfin" Erzsébet Báthory ranken sich (nicht nur) slowakische Legenden. Die ungarische Adelige aus dem Geschlecht der Báthory wurde mit vier Helfern in einem Aufsehen erregenden Prozess angeklagt, zwischen 1585 und 1610 hunderte junge Mädchen gefoltert und getötet zu haben. Viele Erzählungen wurden davon inspiriert, die meist um ein Motiv kreisten: Wie die Gräfin im Blut ihrer Opfer badet, um jung und schön zu bleiben. Viktor Kubals Interpretation der Legende ist originell und originär: Sein Film erklärt, warum die Gräfin mordete – und die Begründung ist so unerwartet wie kraftvoll symbolisch. Kubal spielt dabei mit den Konventionen zahlreicher Genres: Märchen, Horror (und dessen Parodie), Romanze, Drama und Historienfilm. Dass eine starke Frau im Zentrum steht, ist ebenfalls sehr ungewöhnlich für einen slowakischen Film aus dieser Zeit. (E.S.)

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