De stilte rond Christine M. (Die Stille um Christine M.)

Regie, Drehbuch: Marleen Gorris; Kamera: Frans Bromet; Schnitt: Hans van Dongen; Musik: Lodewijk de Boer, Martijn Hasebos; Darsteller: Edda Barends, Nelly Frijda, Henriëtte Tol, Cox Habbema. NL, 1982, 35mm, Farbe, 92 min. Holländisch mit engl. UT
 
Drei Frauen aus verschiedenen sozialen Verhältnissen werden von der Polizei verhaftet. Sie gestehen, dass sie gemeinsam den Besitzer einer Modeboutique bestialisch ermordet haben, wobei sie weder den Mann noch einander kannten. Eine Psychologin soll ein Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit der Täterinnen erstellen: Hausfrau Christine schweigt beharrlich, die gutmütige Kellnerin An redet wie ein Wasserfall, die intelligente Sekretärin Andrea reagiert mit sarkastischer Skepsis. Aber stückweise erschließen sich Lebensgeschichten, die gleichermaßen von der täglichen Erfahrung männlicher Ignoranz und Unterdrückung geprägt sind. Während der Gerichtstermin näher rückt, wird der Fall auch für die Psychologin zum Erweckungserlebnis. Das Langfilmdebüt von Marleen Gorris ist ein Meisterwerk des feministischen Kinos, das – abgesehen vom irren (und irre geilen) 80er-Synthie-Soundtrack – keine Altersspuren zeigt. Die Wut und der Witz treffen noch immer den wunden Punkt: Der Prozess wird hier dem patriarchalen System gemacht. Mit aller Konsequenz, bis zur Wiederkehr der Tragödie als Farce. (C.H.)

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