Jackass: The Movie, 2002, Jeff Tremaine

Jackass: The Movie

Regie: Jeff Tremaine; Drehbuch: Jeff Tremaine, Spike Jonze, Johnny Knoxville u.a.; Kamera: Dimitry Elyashkevich; Schnitt: Liz Ewart, Mark Hansen, Kristine Young; Musik: Sam Spiegel; mit Johnny Knoxville, Bam Margera, Chris Pontius. US, 2002, 35mm, Farbe, 84 min. Englisch
 
"Jackass" bedeutet sowohl Esel wie Depp. Die gleichnamige MTV-Realityshow bot kurze, unzusammenhängende Vignetten, in denen erwachsene Männer riskante Stunts ausführten und einander sowie ahnungslosen Passant*innen Streiche spielten. Jackass: The Movie ist weniger Film als eine Kompilation solcher Vignetten: Johnny Knoxville & Co. verkleiden sich als Pandas, verabreichen einander Elektroschocks, führen sich Spielzeugautos rektal ein oder fahren in Golfwagerln Rallye. Aus heutiger Sicht wirkt das Resultat visionär: Was vor zwei Jahrzehnten Randphänomene einer Teenie-Subkultur waren – z.B. ironisch/aktionistische (Zer)Störung, Selbstverletzung mit Videobeweis, narzisstische männliche Genitalpanik –, ist heute fixer Bestandteil des Mittelstand-Mainstreams, vom Arschgeweih-Tattoo bis zum Instagram-Selfie. 2002 entschuldigte sich die Pressebetreuerin dafür, so einen Film überhaupt im Verleih zu haben. 2020 können wir als Museum getrost sagen: ein Schlüsselwerk des Millenniums. (M.L.)

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