L'amore in città (Liebe in der Stadt), 1953, Michelangelo Antonioni, Federico Fellini, Alberto Lattuada, Carlo Lizzani, Dino Risi, Francesco Maselli, Cesare Zavattini

L'amore in città (Liebe in der Stadt)

Regie: Michelangelo Antonioni, Federico Fellini, Alberto Lattuada, Carlo Lizzani, Dino Risi, Francesco Maselli, Cesare Zavattini; Drehbuch: Cesare Zavattini, Aldo Buzzi, Luigi Malerba, Tullio Pinelli, Luigi Vanzi, Vittorio Veltroni; Kamera: Gianni Di Venanzo; Schnitt: Eraldo Da Roma; Musik: Mario Nascimbene; Darsteller: Antonio Cifariello, Lidia Venturini, Marco Ferreri. IT, 1953, 35mm, sw, 115 min. Italienisch mit dt. UT
 
Als Theoretiker des Neorealismus sieht Cesare Zavattini, wie sich seine ursprüngliche Vision vom Leben-als-Kino mit den 1950ern in alle möglichen Richtungen verflüchtigt. Mit L'amore in città will er das Konzept generalüberholen und nimmt die Idee des Cinéma vérité vorweg: Kino-Reportage in Anthologieform. Sechs Filmemacher sind eingeladen, Tatsachenberichte mit der Kamera zu liefern. Das Resultat zeigt etwas anderes: Aus den Wurzeln des neorealistischen Aufbruchs ist die reiche Vielfalt des italienischen Populärkinos und seiner Regiegrößen gewachsen. Lizzani-Porträt von Prostituierten, Antonioni-Existenzialismus über Selbstmörder, Risi-Tragikomik im Tanzlokal, Fellini-Fabulierfreude mit der Heiratsagentur, Zavattini-Maselli-Neorealismus-Nachzügler über eine mütterliche Verzweiflungstat. Zuletzt fängt Lattuada mit versteckter Kamera den Macho-Blick auf Frauen ein, bis einem das Lachen im Hals stecken bleibt. (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber

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