Umberto D., 1952, Vittorio De Sica

Umberto D.

Regie: Vittorio De Sica; Drehbuch: Cesare Zavattini; Kamera: G. R. Aldo; Schnitt: Eraldo Da Roma; Musik: Alessandro Cicognini; Darsteller: Carlo Battisti, Maria Pia Casilio, Lina Gennari, lIeana Simova. IT, 1952, 35mm, sw, 88 min. Italienisch mit dt. UT
 
Drehbuchautor Cesare Zavattini findet in Vittorio De Sica den idealen Regisseur für seinen (im Kern unmöglichen) Traum, den neorealistischen Film als möglichst unvermitteltes Bild des Alltagslebens zu gestalten: dauernde Faszination der unverdünnten Wirklichkeit statt verdichtender Kunstgriffe der Dramaturgie. Umberto D. kommt diesem Ziel erstaunlich nahe: das Meisterwerk des Duos, zu spät für eine Revitalisierung der Bewegung und doch bis heute ein Vorbild für den Großteil dessen, was man Filmkunst nennt. Szenen aus dem Dasein eines pensionierten römischen Beamten, der bis auf seinen treuen Hund Flike völlig vereinsamt ist. Die Präzision der Schilderung macht aus der (vermeintlich) ereignislosen Existenz ein poetisches Monument der Menschlichkeit, gerade indem alle großen Gesten verbannt bleiben. Stattdessen pure Bissen vom Geschmack des Lebens, das sich wie von selbst vor der Kamera zu entfalten scheint. (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber

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