Me and My Brother (c) The Museum of Fine Arts, Houston

Programm 2: Me and My Brother (1965-68)

Regie, Kamera: Robert Frank; Drehbuch: Frank, Sam Shepard; Gedichte: Allen Ginsberg, Peter Orlovsky; mit: Julius Orlovsky, Joseph Chaikin, John Coe, Allen Ginsberg, Peter Orlovsky, Christopher Walken. 85 mi, Engl. OF
 
Eventuell das Hauptwerk im Schaffen Robert Franks: das Porträt von Julius Orlovsky, dem katatonischen Bruder des Frank-Freunds Peter Orlovsky. Pendelnd zwischen Farbe und Schwarzweiß, zwischen „Dokument“ und „Fiktion“ (Orlovsky wird teilweise vom Schau­spieler Joseph Chaikin verkörpert, der dessen völlige Absenz von Selbstbewusstsein nicht einmal anzudeuten versucht; Frank unter anderem vom blutjungen Christopher Walken), vermittelt die einzigartige, irritierende stream of consciousness-Ästhetik von Me and My Brother, deren Form sich im Sekundentakt zu erneuern scheint, das ungewohnte Gefühl, einen völlig dezentrierten, nahezu schizophrenen Blick auf die Welt zu teilen. (C.H.)