Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los ..., 2014, Susann Maria Hempel (Foto: Kurzfilmagentur Hamburg E.V.)

Birgit Kohler II

Terra de ninguém (Niemandsland)

Ein Film von Salomé Lamas; Kamera: Sugimoto Takashi; Schnitt: Telmo Churro. PT, 2012, DCP, Farbe, 72 min. Portugiesisch mit engl. UT
 
Davor:
Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen Susann Maria Hempel. DE, 2014, DCP, Farbe, 17 min. Deutsch mit engl. UT
 
Ein alter Mann erzählt über seine Zeit als portugiesischer Soldat in Kolonialkriegen, als CIA-Söldner in El Salvador und als Mitglied einer anti-baskischen Untergrundorganisation. Seelenruhig beschreibt er Auftragsmorde und andere monströse Taten, macht ungerührt Witze und klopft Sprüche. Fakten und Fiktion, Bekenntnis und Selbstinszenierung gehen ineinander über, bis die historische Wahrheit einerseits und seine Glaubwürdigkeit andererseits in Frage stehen. Der formalen Strenge von Terra de ninguém steht ein nur auf den ersten Blick verspielt wirkender Animationsfilm zur Seite, der zum Takt eines mechanischen Balletts aus klappernden Lichtschaltern und zerstückelten Plastikpuppen nicht weniger verstörend von einem durch Gewalterfahrungen geprägten Leben am Rand der Gesellschaft erzählt. (B.K.)
 
In Anwesenheit von Salomé Lamas am 26. Oktober