Gyakufunsha kazoku (Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb), 1984, Ishii Sôgô

Gyakufunsha kazoku (Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb)

Regie: Ishii Sôgô; Drehbuch: Ishii Sôgô, Kaminami Norio, Yoshinori Kobayashi; Kamera: Tamura Masaki; Schnitt: Kikuchi Jun'ichi; Darsteller: Kobayashi Katsuya, Baishô Mitsuko, Arizono Yoshiki, Kudô Yûki. JP, 35mm, 1984, Farbe, 106 min. Japanisch mit dt. UT
 
Vater Katsukuni hat ein Eigenheim für seine idealsymmetrische Mittelstandsfamilie erworben. Doch mit der Ankunft des Großvaters entgleist das erhoffte Idyll in Chaos: Um Raum zu schaffen, bohrt Katsukuni ein Loch in den Esszimmerboden, wo er alsbald auf Termiten stößt. Die sind für den Zerfall des Haushalts aber eigentlich gar nicht nötig: Die aufgestauten Aggressionen der Familie entladen sich in einem Krieg aller gegen alle. Ishiis wilder Rundumschlag ist die barocke Eskalation eines Familiendramas: Aus Kostengründen praktisch nur auf einem Set entstanden, kompensiert Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb die räumliche Beschränkung durch die entfesselte Anhäufung von unerhörten Zwischenfällen und Popkultur-Müll – mit Cartoon-Effekten und Manga-Wahnsinnstaten schraubt Ishii den Energiehaushalt seiner Satire so hoch, dass sie zwangsläufig in einer katastrophischen Entladung enden muss. (C.H.)

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