Gli sbandati (Die Verirrten), 1955, Francesco Maselli (Foto: Cineteca Nazionale © G.B. Poletto)

Gli sbandati (Die Verirrten)

Regie: Francesco Maselli; Drehbuch: Eriprando Visconti, Francesco Maselli, Aggeo Savioli; Kamera: Gianni Di Venanzo; Schnitt: Antonietta Zita; Musik: Giovanni Fusco; Darsteller: Lucia Bosè, Jean-Pierre Mocky, Isa Miranda. Italien, 1955, 35mm, sw, 76 min. Italienisch mit engl. UT
 

Gli sbandati beginnt mit Bildern, in denen keine Spuren des Krieges zu finden sind: langsames Erwachen am Morgen, sonnige Tage am Fluss­ufer und ausgelassene Fahrradtouren auf dem Land. Doch diese Ruhe wird gestört durch die Ankunft von Evakuierten aus den umliegenden Gebieten, die bei den Bewohnern einer Landvilla um Zuflucht bitten. Das Spielfilmdebüt von Francesco Maselli greift ein historisch brisantes Thema auf: die Kollaboration der italienischen Oberschicht mit den deutschen Besatzern. Während der Reichtum damit beschäftigt ist, sich mit der bevorstehenden Niederlage des Faschismus zu arrangieren, ist die Unsicherheit der Jugend durch drei Protagonisten verkörpert: dem Idealisten, dem Faschisten und dem feigen Unentschiedenen. Dass diese Differenz die kommenden Generationen kennzeichnen wird, hat Maselli genau erkannt. Und sich dafür entschieden, den wunden Punkt dort zu treffen, wo es am meisten wehtut. (I.M.)
 
Courtesy of Cineteca Nazionale