U gori raste zelen bor (Am Berg wächst eine grüne Fichte), 1971, Antun Vrdoljak (Foto: Hrvatski filmski arhiv)

U gori raste zelen bor (Am Berg wächst eine grüne Fichte)

Regie: Antun Vrdoljak; Drehbuch: Antun Vrdoljak nach den Kriegstagebüchern von Ivan Šibl; Kamera: Frano Vodopivec; Schnitt: Radojka Tanhofer; Musik: Anđelko Klobučar; Darsteller: Boris Dvornik, Ivica Vidović, Boris Buzančić. Jugoslawien (Kroatien), 1971, 35mm, Farbe, 94 min. Serbokroatisch mit engl. UT
 
Antun Vrdoljak hat eine Vorliebe dafür, Partisanen in ihren natürlichen Verstecken zu filmen, oft nur hinter dünnen Ästen verborgen. Diese atmosphärisch dichten Bilder zeigen einerseits die prekären Bedingungen, unter denen die selbstorganisierte Armee den Krieg führte, aber auch ihre Vertrautheit mit der Landschaft. Bis auf den aus Zagreb eingetroffenen Politkommissar, der für ideologische Ordnung sorgen soll, ist in U gori raste zelen bor jeder Partisan ein Bauer, der sein Haus verteidigt. In einer entscheidenden Szene spricht ein Partisanenkommandant mit einem Ustascha und muss erkennen, dass er ein Bauer ist, genau wie er, mit einer Kuh und mit Frau und Mutter zu Hause. Nach der siegreichen Schlacht erklärt er denkwürdig: "Kein Reden mehr mit dem Feind für mich! Sobald du mit ihm sprichst, stellt sich heraus, dass er deine Familie ist." Eine hilflose Wut, die bis zum jugoslawischen Trauma der Nachkriegszeit reicht. (I.M.)
 
Courtesy of Hrvatski filmski arhiv