TeilnehmerInnen der Summer School 2010 beim Film-Workshop

Summer School zur Filmvermittlung

Ein viertägiges Filmseminar für Lehrer*innen, Interessierte und alle, die Film im Bildungskontext einsetzenmöchten.


 

Summer School 2024: Der filmische Blick und das Konstrukt der Behinderung


26. bis 29. August 2024


In den forschenden und aktivistischen Formationen der Disability Studies wird Behinderung vor allem als soziale Konstruktion verstanden, die durch normative Diskurse primär gesellschaftlich herstellt wird. Dem Kino fällt in dieser gesellschaftlichen Konstellation eine besondere Rolle zu: Indem es Blicke herstellt, zueinander in Beziehung setzt und in narrative Formen einbettet, kann es Blickverhältnisse herstellen, im schlechtesten Fall reproduzieren, im besten aber auch befragen, reflektieren oder gar transformieren. Darin steckt – immer, aber in diesem Kontext in besonderem Maße – das Politische des Films.

In der diesjährigen Summer School beschäftigen wir uns mit diesen Blickverhältnissen. An vier Tagen werden wir gemeinsam Filme über Behinderung und Filme von Menschen mit Behinderung sichten, diskutieren und vereinzelt auch die Möglichkeit haben, mit den Filmemacher*innen ins Gespräch zu kommen.

Eine detailliertere Beschreibung wird in den nächsten Tagen an dieser Stelle veröffentlicht, der genaue Zeitplan des Seminars folgt Anfang Juli.
 


Wollen Sie sich für die Summer School anmelden oder einen Platz vorreservieren? Haben Sie Fragen zur Summer School? Schreiben Sie an vermittlung@filmmuseum.at.
 

Maximale Teilnehmer*innenzahl: 40

Teilnahmegebühr: 100,- Euro

Die Veranstaltung ist bei der PH Wien als Fortbildung anrechenbar.


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"Was bei der Summer School gefehlt hat? MEHR! Das Seminar hat ziemlichen Suchtcharakter."
Statement eines Teilnehmers der ersten Summer School im Juli 2007

Von Lehrerinnen und Lehrern wird immer stärker die Integration von Medien-/Filmbildung in den Unterricht erwartet, zugleich setzen auch immer mehr Lehrkräfte Filme im Unterricht sein. In den Bildungsagenden und im Schulunterricht wird das Kennenlernen des Mediums Film dabei oftmals zu einer weiteren "Kompetenz", die abfragbar und abrufbar sein muss.

 

Das Österreichische Filmmuseum versucht mit seiner Vermittlungsarbeit – und im Speziellen mit der Summer School – eine andere Annäherung an das Medium und seine Vermittlung anzubieten. Unsere Filmvermittlung besteht nicht aus der bloßen Präsentation relevanter Positionen der Filmgeschichte, dem Kennenlernen zentraler Stilrichtungen oder der richtigen Anwendung von Begrifflichkeiten. Vielmehr geht es darum, in der intensiven Auseinandersetzung mit dem einzelnen Werk, den eigenen Blick zu sensibilisieren und davon ausgehend, Strategien der Vermittlung zu entwerfen.

 

Fragen zur Filmwahrnehmung wird in der schulischen Filmvermittlung wenig Beachtung geschenkt. Was bei einer Kinovorstellung passiert (sowohl in der Projektion wie auch mit den Menschen im Saal), dass ein Film zunächst eine zutiefst persönliche Erfahrung ist, die auch Unsicherheiten zulässt, wird nicht selten übergangen, um über den Film gewisse Inhalte zu transportieren, die Teil des Lehrplans sind. So bleiben Filme nur Zuspieler für zu besprechende Themen, filmanalytische Herangehensweisen erschöpfen sich in formalen Analysen (Kameraeinstellungen, Schnittfolgen, ...).
 

Die Summer School des Filmmuseums versucht, Zugänge für die Film-Wahrnehmung und den Film-Einsatz vorzuschlagen, bei denen das Erlernen von filmanalytischen Begriffen zweitrangig ist; bei denen die persönliche Erfahrung und Auseinandersetzung mit dem Bewegt-Bild den Grundstein für eine offene Filmvermittlung bilden; bei denen die Filme genauso viele Nuancen artikulieren wie die Stimmen, die darauf reagieren.

 

"Der Film ist die wichtigste Kunstgattung seit 1895. Der Film ist das wichtigste zeitgeschichtliche Dokument seit 1895." Mit diesen beiden Sätzen skizzierten die Gründer Peter Kubelka und Peter Konlechner die Eckpunkte des Filmmuseums. Entlang dieser beiden Pole orientiert sich auch die Summer School für Lehrerinnen und Lehrer. Zwischen "Film als Kunst" und "Film als Dokument" tun sich Fragestellungen, Betrachtungsweisen und Erfahrungswelten auf, die vielschichtige Anknüpfungspunkte für viele Schulfächer bieten, von Bildnerischer Erziehung und Medienkunde über Sprachen und Philosophie bis hin zu Geschichte und Politischer Bildung.

 

 
Mit freundlicher Unterstützung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, dem Fachverband der Film- und Musikindustrie, der Kulturabteilung der Stadt Wien, der Pädagogischen Hochschule Wien sowie dem Österreichischen Filminstitut