Kind I Kino I Welt
Ein Projekt zur Filmvermittlung

Fokus Film (WiSe 2016 bis SoSe 2018)

Zéro de conduite, 1933, Jean Vigo

Wie blicken Kinder auf Filme?
Wie blicken Filme auf Kinder?
Wie blicken Kinder durch Filme auf sich und die Welt?

Diese drei Fragen bilden eine Konstellation, der sich das Projekt "Kind | Kino | Welt" zwischen 2016 und 2018 widmete, um daraus Einsichten in und Materialien für die Filmvermittlung zu generieren. In diesem Zeitraum lernten Kinder (zwischen 9 und 12 Jahren) ein vielfältiges Programm mit Kindheitsfilmen aus aller Welt kennen und bearbeiteten diese in anschließenden Einheiten mit Vermittlern des Österreichischen Filmmuseums. Dies fand im Zusammenhang mit dem DFG-Forschungsprojekt "Filmästhetik und Kindheit" statt, um die dort erarbeiteten – wissenschaftlich-theoretischen – Perspektiven und Ergebnisse in den Bereich der Vermittlung hinein zu verfolgen. In der Auseinandersetzung mit Kindern als Zuschauern wurde erforscht, was das Besondere an solchen Filmen sein könnte und welche Form von spezifischer Seherfahrung das Kino bereit hält, wenn Kinder darauf blicken oder im Zentrum seiner Geschichten stehen.


Den beteiligten Schulklassen wurden über zwei Jahre hinweg im "Unsichtbaren Kino" des Österreichischen Filmmuseums Filme mit kindlichen Protagonist*innen aus allen Bereichen der Filmgeschichte im Originalformat gezeigt. Aus den Eindrücken einer ersten Nachbesprechung im Kino wählten die Vermittler Sequenzen aus, die in der folgenden Sitzung im Klassenzimmer genauer analysiert wurden. Diese Vermittlungsarbeit wurde auf der Website des DFG-Projektes dokumentiert: Einer der ausgewählten Ausschnitte wurde online gestellt und von einer Sequenzanalyse begleitet, die sowohl ästhetische Strategien reflektiert als auch Vermittlungsansätze vorschlägt und in der Vermittlung gemachte Erfahrungen einschließt.

Was hier entstanden ist, ist ein Dreifaches: Die Liste der über den Projektverlauf gesehenen Filme bietet – ganz praktisch – eine Orientierung, welche Filmen aus allen Bereichen der Filmgeschichte für diese Altersklasse geeignet sind. Die Dokumentation des Arbeitsprozesses kann anderen Vermittlungsprojekten zur Orientierung dienen oder die Möglichkeit bieten, ganz konkret an den jeweiligen Ausschnitten zu arbeiten. Zudem könnte sich in den Ausschnitten und Sequenzanalysen auf der Homepage die Spezifität eines kindlichen Blicks abbilden: Was interessiert Kinder besonders? Welche Ausschnitte wecken ihre Aufmerksamkeit? Was sehen Kinder in den Filmen? Nicht zuletzt werden hier über einen langen Zeitraum junge Menschen dem Medium Film intensiv und unter optimalen Bedingungen begegnen (im konzentrierten Sichten eines ganzen Films im Kino, analytisch an Ausschnitten im Klassenzimmer), um theoretische Forschung und vermittelnde Praxis stärker ineinander zu verzahnen.

Das Projekt ist eine Kooperation des Österreichischen Filmmuseums mit dem DFG Projekt "Filmästhetik und Kindheit".

>>> Zur Projektseite Filmästhethik und Kindheit
>>> >Liste der über den Projektverlauf gesehenen Filme